Geschichte

1867-1945

Nur Elf Männer waren bei der Gründung der Feuerwehr Mantel durch die Turnerfeuerwehr Weiden im Jahre 1867 anwesend. Die Wehr nannte sich Turnerfeuerwehr Mantel und wurde am 14. Oktober 1868 in den Bayerischen Feuerwehrverband unter dem Protektorat seiner königlichen Hoheit des Prinzregenten Luitpold von Bayern aufgenommen, und seither als Freiwillige Feuerwehr Markt Mantel bezeichnet.

Aus dem ersten Protokollbuch unserer Wehr geht hervor, dass folgende Mitglieder die Turnerfeuerwehr begründeten.

  • Bayer Fritz, Bader von Mantel
  • Biller Johann, Schlosser von Mantel
  • Bogner Paul, Metzgermeister von Mantel
  • Grünbauer Mathes, Ökonom von Mantel
  • Gurdan Johann, Büttner von Mantel
  • Prölß Johann, Brauereibesitzer von Mantel
  • Prölß Johann, Kaufmann von Mantel
  • Prölß Michael, Buchbinder von Mantel
  • Prölß Sebald, Schuhmacher von Mantel
  • Sparrer Johann, Schlosser von Mantel
  • Wendler Paul, Schreiner von Mantel

Aus dem Protokoll vom 13. Dezember 1868, der Generalversammlung, wurden folgende Ämter vergeben.

  • Vorstand P. Eckert
  • Hauptmann und Schriftführer Paul Wendler
  • I. Adjutant Josef Seiser Untermantel
  • II. Adjutant Michael Seyfried
  • Obersteiger Michael Prölß
  • Ersatzmann Johann Reißer
  • Führer der Löschmannschaft Johann Kraus
  • Ersatzmann Johann Seyfried
  • Führer der Austräger Johann Gurdan
  • Ersatzmann Andreas Helmstreit
  • Kassier Johann Scharrer

Wann die erste Hand-Saug-Druckspritze angeschafft wurde geht leider nicht aus den Protokollen hervor.

Der Markt Mantel wurde von der Kgl. Regierung der Oberpfalz u. v. Regensburg am 7. Januar 1893 schriftlich dazu aufgefordert eine zweite Hand-Saug-Druckspritze zu beschaffen. Eine Beschwerde des Marktes bei der Regierung wurde nicht akzeptiert, so wurde im gleichen Jahr noch mit Zuschuss der Regierung (bei Weigerung, bzw. späterer Anschaffung wäre der Zuschuss nicht mehr gewährt worden) die zweite Hand-Saug-Druckspritze angeschafft, diese steht noch heute voll funktionsfähig im Feuerwehrgerätehaus. (siehe Fahrzeuge/Ausrüstung)

1897 konnte die Feuerwehr Mantel auch eine Fahne ihr eigen nennen. Die erste Vereinsfahne wurde vom Taubstummeninstitut Michelfeld für 250 Mark angefertigt und kann heute in einer Glasvitrine im Feuerwehrgerätehaus besichtigt werden. Der Gründungsverein, die Turnerfeuerwehr Weiden, übernahm am 7. Juni 1897 die Patenschaft. Bei der 30 Jahrfeier mit Fahnenweihe konnte die Freiwillige Feuerwehr Markt Mantel bereits auf einen Mitgliederstand von 145 Mann blicken.

Das damalige Vereinsleben war sehr rege, so wurde die knappe Freizeit sogar in Theaterstücken investiert, um die erste Vereinsfahne zu finanzieren. Die Eintrittspreise damals beliefen sich auf: 1.Platz 40Pfg.; 2.Platz 30Pfg.; Stehplatz 20Pfg.

1906 wurde dem Steigertrupp eine fahrbare Ausziehleiter übergeben.

Das erste Feuerwehrhaus befand sich am Marktplatz vor der evangelischen Kirche.

1912 wurde das Feuerwehrhaus in das Gemeindehaus, dass auf dem heutigen Brunnenplatz (gegenüber Hallermichl) stand, integriert.

Später wurde das Feuerwehrhaus in das Hütehaus verlegt, das zur damaligen Zeit auch eine Gefängniszelle besessen hat. Das Hütehaus stand auf dem jetzigen Vorplatz des Bauhofes (altes Feuerwehrgerätehaus) in der Weidenerstr. 20.

Am 14.05.1937 wurde das 60jährige Gründungsjubiläum besprochen und noch im selben Jahr durchgeführt. Genauere Aufzeichnungen sind leider nicht vorhanden.

Ab dem 21.04.1940 wurden Sonderbeiträge eingehoben, zur Bezahlung der Grabmusik.

Am 30.03.1941 ist zu lesen: Die Gemeinde Mantel hat im Februar 1941 von der Firma Paul Ludwig in Bayreuth eine Motorspritze bestellt. Diese Motorspritze TS 8 war mit einem Deutzmotor ausgestattet.

Die Freiwillige Feuerwehr wurde in den politischen Trubel des zweiten Weltkrieges mit hinein gezogen.

Im Protokoll vom 14.03.1943 ist zu finden: Die Freiwillige Feuerwehr Mantel und deren Mitglieder sind der Gerichtsbarkeit der SS und der Polizei unterstellt.

1945 - 1967

In der Zeit von 1944-1946 sind keine Protokolle zu finden. Diese sind wohl unter der SS Herrschaft verloren gegangen oder beschlagnahmt worden. Durch das Kriegsende und deren Folgen wurde die Wehr arg mitgenommen.

Am 23.03.1947 wurde eine Verwaltungsneuaufstellung vorgenommen, es ging wieder langsam aufwärts.

In der Zeit von 1946-1952 waren Neuaufnahmen von 82 Mann zu verzeichnen.

Bei der Währungsreform am 20.06.1948 war die Vereinskasse so gut wie leer. Durch verschiedene Veranstaltungen, konnte der Stand der Vereinskasse wieder gehoben werden.

Zwischen 1949 und 1952 wurde eine Sirene in Mantel angeschafft. Genaueres Datum ist leider nicht herauszulesen.

Auch wurden in der Zeit von 1949-1954 wieder Theateraufführungen veranstaltet. Der Erlös diente zur Beschaffung von Feuerlöschern für die Bevölkerung.

Laut Protokoll vom 21.10.1951 bekam die Manteler Wehr ihren ersten Mannschaftswagen, einen ausrangierten Sanitätswagen von Vohenstrauß, der umgebaut wurde.

Am 12. und 13. Juli 1952 fand das 85 jährige Gründungsjubiläum der Wehr statt. Am Samstagabend fand ein Fackelzug und die Ehrung langjähriger Mitglieder statt. Am Sonntag um 6 Uhr war Weckruf, danach ging es um 8:30 Uhr in die evangelische und anschließend in die katholische Kirche zum Gottesdienst. Mittags war ein Standkonzert auf dem Marktplatz. Nachmittags der Festzug durch den Ort zur Moritzkirche, an der sich auch der Festplatz befand. Die Weidener Feuerwehr war damals nicht anwesend, und hat auch die Patenschaft nicht mehr anerkannt. Diese wurde aber kurz darauf wieder erneuert. Genaueres ist nicht festgehalten.

Aus dem Protokoll vom 11.01.1953 geht folgendes hervor:

1. Eine Uniformbluse (Uniformjacke) kommt auf 63 DM. Der Verein zahlt für den Stoff 23 DM. Macherlohn mit Zubehör ist vom Mitglied zu zahlen. Der Wertanteil am Uniformstoff (23 DM) ist Eigentum der Freiwilligen Feuerwehr, dieser erniedrigt sich nach 5jähriger Dienstzeit und wird vom Ausschuß von Fall zu Fall festgesetzt. Will ein Mitglied, daß die Uniform sein Eigentum ist, so kann es jederzeit den Wertanteil beim Verein begleichen.

2. Der Ausschuß beschloß bei unentschuldigtem Fernbleiben vom Dienst: Das erstemal: Schriftliche Verwarnung Das zweitemal: 1 DM Geldstrafe Das drittemal: Ausschluß aus dem Verein. Es muß unbedingt mehr Wert auf Disziplin gelegt werden.

1955 wurde eine neue TS 8/8 mit VW-Motor angeschafft, die später in das LF 8 integriert wurde. Heute dient diese TS 8/8 noch zu Ausbildungszwecken dem Landkreis Neustadt/WN für Maschinistenlehrgänge. Der Unterbau dieser Spritze steht noch komplett einsatzbereit mit allen Schläuchen und Zubehör im Ortsteil Rupprechtsreuth im Feuerwehrschuppen.

Mit Anschaffung einer TS 6/6 1956 war die Wehr sehr gut ausgerüstet.

Am 13.04.1957 fand im Ortsteil Rupprechtsreuth eine Generalversammlung statt.

Die Handdruckspritze von 1893 wurde der Ortslöschgruppe Rupprechtsreuth mit Feuerwehrschuppen feierlich übergeben.

1959 wurde der Kameradschaftsabend erstmals abgehalten.

1960 der Silvesterball mit 6 Gegenstimmen abgeschafft, nachdem wiederholt mehr Ausgaben als Einnahmen zu verbuchen waren. Bis dahin hatte der Silvesterball schon seit Anfang 1900 große Tradition.

Der damalige Mannschaftswagen fiel leider 1960 endgültig dem Zahn der Zeit zum Opfer, so rückte die damalige Mannschaft mit Traktoren und Fahrrädern, bzw. vereinzelt mit dem privat PKW zum Brandherd aus.

1964 wurde die Einsatzbereitschaft der Wehr durch die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges LF 8, daß am 5.11.1964 in Mantel eintraf, gefördert.

1964 wurde auch erstmals der Sterbegeldbeitrag beschlossen und erhoben. Dieser belief sich damals auf 0,20 Pf.

Die Trennung von Aktiv und Verein wurde am 07.02.1964 schriftlich festgelegt, somit hatte Vorstand und Kommandant seine jeweiligen Aufgaben und Verantwortungsbereiche.

Am 08.08.1965 fand die Einweihung der neuen Feuerwehrgarage (altes Feuerwehrhaus bis 1987) und des LF 8 statt.

Am 24.04.1966 fand eine Verwaltungsratsitzung mit der Vorstandschaft des Kriegervereins statt. Dabei ging folgender Beschluß hervor: Bei Beerdigung eines Kameraden, der bei beiden Vereinen war, teilen sich die Vereine die Musikkosten. Die Musik wird von der Feuerwehr bestellt und bezahlt, der Anteil des Kriegervereins wird durch diesen an die Feuerwehr zurückerstattet. Bei Beerdigung eines Kameraden, der nur bei einem der beiden Vereine Mitglied war, ist jeder Verein selbst dafür verantwortlich. Diese Regelung gilt bis heute.

Am 02.10.1966 wurde der Pulverlöscher P250 feierlich mit Weihe und Vorführung unserer Wehr übergeben.

Vom 07.-09.07.1967 feierte die Wehr mit dem Kreisfeuerwehrtag ihr 100 jähriges Gründungsjubiläum. Es wurde eigens vom Chorregent A. Pfaffenzeller ein Mantler Feuerwehr-Marsch komponiert, den er auch selbst dirigiert hat.

1968 - heute

1968 erfolgte die Übergabe des VW-Mannschaftswagens. Durch die Eingliederung in den Katastrophenschutz wurden wir in den 70er Jahren mit Sprechfunkgeräten ausgerüstet. Die zunehmende Verbreitung von Kunststoffen und anderen Materialien, die bei Bränden schädliche Dämpfe und Gase entwickeln, machte 1975 die Ausrüstung mit Atemschutz unumgänglich.

1987 Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses, und des TLF 16/25. Die Marktgemeine hat somit einen bedeutenden Fortschritt in das Feuerwehrwesen nach Mantel gebracht.

1992 wurde mit einem drei tägigen Fest zum 125-jährigen aufgeforder. Ab dem 08.10.1992 wurden das erste mal Frauen in den aktiven Dienst zugelassen.

Auch an der Feuerwehr nagt der Zahn der Zeit, und so wurde 1994 das 30-jährige LF 8 durch ein neues LF 8/6 ersetzt.

1998 wurde der 30-jährige Mannschaftsbus durch ein neues MZF ersetzt.

Dadurch das sich das Einsatzgebiet der Feuerwehr im laufe der Jahre geändert hat, und immer mehr technische Hilfeleistungen zu bewältigen sind wurde 2000 ein hydraulischer Rettungssatz angeschafft.

2002 feierte unsere Wehr das 135-jährige Gründungsfest.

2004 wurde das Schaumlöschsystem "Hale-Foam-Master" in unser TLF 16/25 integriert, um bei Einsätzen mit technischer Hilfeleistung schneller Schaumlöschmittel zur Verfügung zu haben.

Das Highlight der Jugendgruppe 2006 war wohl das 30jährige Gründungsjubiläum.

Für die neue Vereinsfahne ging es am 12.05.2007 auf zur Freiwilligen Feurwehr Stadt Weiden, um die Patenschaft wieder zu erbitten. Das Patenbitten stand ganz unter dem Motto "Holzscheitlknien" der Vorstände und wurde erst durch die flehenden Worte der Fahnenbraut Kathrin Seifried erhört. Die Weidener Feuerwehr übernahm mit Stolz und Freude die Patenschaft.

Vom 07.07.-08.07.2007 feierte unsere Wehr das 140-jährige Gründungsjubiläum und verabschiedete die 110-jährige Vereinsfahne in den wohlverdienten Ruhestand. Die neue Fahne wurde mit einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht.

2007 wurde die Wehr mit einem Höhenrettungssatz ausgerüstet.

2008 Übergabe der ersten Rauchmelder an Neugeborene in Mantel, eine Aktion der Firma Conrad Elektronik 2009 "American Day" erstmals wurden gemeinsam mit unseren aktiven amerikanischen Kameraden ein Informationstag für unsere amerikanischen Bürger von Mantel abgehalten 2012 145-jähriges Gründungsjubiläum vom 14-15. Juli 2012.

2012 Anschaffung eines Anhängers mit Plane 2013 Anschaffung einer Wärmebildkammera Unser Wehr zählt mit der Jugendfeuerwehr ca. 70 Mann/Frau, daher war es unerlässlich einen Anbau für eine Umkleide anzubringen.

Dieser wurde 2013 feierlich eingeweiht, somit haben wir in den Fahrzeughallen auch mehr Platz für technisches Gerät.

Im Zuge des Anbaus und der Revovierung wurden 2014 auch das Floriansstüberl und die Küche des Feuerwehrhauses überarbeitet, sowie dem Feuerwehrhaus innen wie aussen ein neuer Anstrich gegeben. Im gleichen Jahr erhielten die ersten zwei Kameraden nach mehrwöchiger Ausbildung den Feuerwehrführerschein (Klasse B mit Sonderfahrgenemigung bis 7,5t).